Projekte Postament General von Alten  
 PROJEKTE
Postament General von Alten
Ev. Kirche St. Hippolyt
Dokumentationen

POSTAMENT GENERAL VON ALTEN
 

Postament der Bronzeskulptur zu Ehren von General Graf von Alten am Staatsarchiv Hannover


 
 

Beschreibung des Objekts
Auf einer zweistufigen Treppenanlage ist ein Postament plaziert.Auf dem Postament steht die Bronzestatur des General Graf von Alten. Das Postament hat einen achteckigen Grundriss, mit vier kurzen und vier doppelt so langen Seiten. Die vier langen Seiten werden mit Schrifttafeln geschmückt. Das Postament wird durch zahlreiche Profile und Rahmen geschmückt. Nach oben hin schließt das Postament mit einerAbdeckplatte ab und bildet die Standfläche für die Bronzeskulptur.

Datierung
1849

Künstler
unbekannt

Maße
Höhe (max.) 3,28 m
Breite (max.) 2,26 m

Inschriften/Signaturen
Das Postament ist von vier Seiten mit Schrifttafeln versehen. Der Text der Tafeln ist eingetieft hineingearbeitet. Die Schrift ist vergoldet. Folgende Texte sind erkennbar:
Vorderseite:GENERALGRAFCARL VON ALTENSeitenansicht Rechts:GEBORENDEN XX CTOBERMDCCLXIIII
Rückansicht:ERRICHTET IM JAHRE MDCCCXXXXVIIII
Seitenansicht LinksGESTORBENDEN XX APRILMDCCCXXXX

Material
Grauschwarzer Marmor mit weißen Äderungen.

Standort
Das Postament mit der Skulptur ist vor dem Staatsarchiv in Hannover plaziert.

Eigentümer
Stadt Hannover

Zuständige Behörde
Landesamt für Denkmalpflege Hannover
Scharnhorststraße
130175 Hannover
Ansprechpartner: Herr Recker

Bauleitung
Staatliches Baumanagement Hannover I
Celler-Straße
730161 Hannover
Ansprechpartner: Herr Bielefeld, Herr Kleine

Zustandsbeschreibung
Das Postament befindet sich in einem sehr desolaten Zustand. Das Fugengeflecht ist schadhaft, an vielen Stellen weist der Fugenmörtel Risse auf oder er sitzt locker in den Fugen. Die kristalline Struktur des vorliegenden Marmors ist stark gestört, zu dem kommt noch eine sich auf der Oberfläche befindende Vergipsung, die Oberfläche fast flächig weiß erscheinen läßt. Die weiße Äderung und die dunkelgraue bis schwarze Farbigkeit des Steins läßt sich deshalb nur erahnen. An wenigen Stellen sind Reste eines Überzugs aus Wachs oder Öl erkennbar. Auf den Unterseiten der Abdeckplatte sind dicke Krusten sichtbar. Das Postament weist zahlreiche mechanische Beschädigungen auf, es sind viele Risse feststellbar. Besonders im Bereich der Abdeckplatte sind fast durchgängig horizontal verlaufende Risse feststellbar, die partiell zu einer Schalenbildung führen.
Durch Lösungsprozesse hat das Regenwasser Kupfer aus der Bronzeskulptur heraus gewaschen. Grüne Läufer sind deshalb besonders im oberen Bereich des Postaments sichtbar.
Verschiedene Ergänzungsmörtel zeugen von früheren Restaurierungsmaßnahmen. Besonders auffallend ist ein weißer Kunstharzmörtel, mit welchem Risse gekittet wurden. Der Kunstharzmörtel ist scheinbar sehr schnell abgebunden und konnte nicht gut nachgearbeitet werden. Anzahlreichen Stellen findet sich dieser Mörtel weit über Niveau aufgetragen.
Das Postament ist aus zahlreichen Steinblöcken zusammengebaut. Das Steinstück, welches sich über der Schrifttafel auf der Vorderseite befindet, ist locker und droht herunterzufallen.


Schadenskartierung


 
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Fotografische Dokumentation des Vorzustandes

Gesamtaufnahme mit Skulptur Vorderseite


 
 

Gesamtaufnahme Vorderseite
Die Oberfläche des Marmors erscheint fast weiß. Partiell sind Verschwärzungen auf der Oberfläche erkennbar.


 
 

Gesamtaufnahme Rechte Seitenansicht
Die Oberfläche des Marmors erscheint fast weiß. Partiell sind Verschwärzungen auf der Oberfläche erkennbar.


 
 

Gesamtaufnahme Rückansicht
Die Oberfläche des Marmors erscheint fast weiß. Partiell sind Verschwärzungen auf der Oberfläche erkennbar.


 
 

Gesamtaufnahme Linke Seitenansicht
Die Oberfläche des Marmors erscheint fast weiß. Partiell sind Verschwärzungen auf der Oberfläche erkennbar.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seitenansicht
Die Oberfläche des Marmors ist stark angegriffen. Die kristalline Struktur ist in den oberen Millimetern zerstört. Es liegt auf der Oberfläche eine Vergipsung vor. Partiell, im Bereich der Äderungen, sind Ausbrüche feststellbar.


 
 

Detailaufnahme Rückseite
Partiell sind Reste einer Beschichtung feststellbar. Möglicherweise wurde der Marmor ehemals gewachst oder geölt.


 
 

Detailaufnahme Rückseite
Partiell sind Reste einer Beschichtung feststellbar. Möglicherweise wurde der Marmor ehemals gewachst oder geölt.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seitenansicht
Die Fugen sind sehr desolat. Es ist ein sehr grober, mineralischer Mörtel verwendet worden. Die Fugen lösen sind vom Stein und weisen Risse auf.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seitenansicht
Die Fugen sind sehr desolat. Es ist ein sehr grober, mineralischer Mörtel verwendet worden. Die Fugen lösen sind vom Stein und weisen Risse auf.


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Schon in früherer Zeit ist dieser Bereich des Profils beschädigt worden. Die unsachgemäß ausgeführte Zementergänzung ist gegenwärtig wieder desolat.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seitenansicht
Auf den Unterseiten der Gesimsabdeckplatte sind dicke, schwarze, sich aufwerfende Gipskrusten erkennbar.


 
 

Detailaufnahme Rückseite
Der untere, die Schrifttafel rahmende Stein weist hier einen dicken Riss auf. Der Stein ist an dieser Stelle in zwei Teile zerbrochen.


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Im Bereich der Abdeckplatte sind horizontale Risse erkennbar. Außerdem sind grünfarbige Läufer auf der Oberfläche feststellbar. Kupferverbindungen wurden durch Regenwasser von der Bronzeskulptur abgewaschen und haben sich auf der Marmoroberfläche abgelagert.


 
 

Detailaufnahme Linke Seitenansicht
Im Bereich der Schrifttafel sind zahlreiche Risse erkennbar.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seitenansicht
Die Schrift wurde kurz vor Beginn dieser Restaurierungsmaß-nahme neu vergoldet. Es handelt sich hier um eine qualitätvolle Ölvergoldung.


 
 

Detailaufnahme Linke Seitenansicht
Bei einer früheren Maßnahme wurde zahlreiche Risse unsachgemäß mit einem Kunstharzmörtel gekittet.


 
 

Detailaufnahme Vorderansicht
Im Bereich der Treppenanlage sind alle Fugen desolat. Eine der Stufen hat sich bereits verschoben.


 
 

Maßnahmen

Reduzierung der Gipskruste
Die dunkle, harte Gipskruste wurde mit dem Minisandstrahlgerät (Arbeitsdruck 4bar) reduziert. Edelkorund der Körnung 240µ diente als Strahlmittel.
Die Vergipsung auf den senkrechten Flächen wurde ebenfalls nach der oben genannten Methode behandelt, jedoch mit einem geringeren Arbeitsdruck (2bar).


 

Reduzierung der Gipskruste / Probe im Bereich der Unterseiten der Abdeckplatte


 
 

Reduzierung der Gipskruste / Probe im Bereich der Schrifttafel


 
 

Fugen
Alle alten Fugen waren schadhaft und mussten entfernt werden. Die Neuverfugung erfolgte in zwei Schritten: an Stellen wo die Fugen sehr dick waren, wurden im ersten Schritt die diese mit einem epoxidharzgebundenen Mörtel unter Niveau verfüllt, im zweiten Schritt wurden die Fugen dann mit einem acrylharzgebundenen Mörtel geschlossen.

Rezeptur für den epoxidharzgebundenen Mörtel:
- 16 T Quarzsand
- 1 T Epoxidharz (Araldit 2011/Fa. Ciba Geigy)

Rezeptur für den acrylharzgebundenen Mörtel:
- 5 T Edelkorund
- 5 T Quarzsand
- 1 T Acrylharzdispersion (Acrylharzdispersion/Fa. Romstedt)
- Trockenpigment Eisenoxidschwarz


Anböschungen und Schließen von Rissen
Um einen optimalen Regenwasserablauf zu gewährleisten waren Anböschungen und das Schließen von Rissen notwendig. Als Anböschmaterial diente eine acrylharzgebundene Steinersatzmasse. Die Farbigkeit der Steinersatzmasse wurde an das umgebende Steinmaterial angepasst.

Rezeptur für den acrylharzgebundene Steinersatzmasse:
- 10 T Edelkorund
- 1 T Acrylharzdispersion (Acrylharzdispersion/Fa. Romstedt)
- Trockenpigment Eisenoxidschwarz oder kein Pigment bei „Weiß“

Treppenstufen
Die Treppenstufen des Denkmals wurden im Dampfstrahlverfahren gereinigt. Einzelne verschobene Blockstufen wurden aufgenommen, die Bettung ausgestemmt und die Stufen neu verlegt. Vorhandene Verfugung wurde vorsichtig ausgearbeitet und mit Trasszementmörtel flächenbündig verfugt.


Verpressen von Rissen
Besonders im Bereich der Abdeckplatte sind horizontal verlaufende Risse erkennbar. Die vorliegenden Risse werden partiell mit einem Arcylharzkleber (MOTEMA X 20 / Fa. INTERACRYL GmbH) fixiert. Um ein unkontrolliertes Herauslaufen des Harzes zu vermeiden, wurden im Vorfeld alle Risse mit der oben genannten acrylharzgebundenen Steinersatzmasse verkittet. An exakt ausgewählten Stellen wurden Öffnungen belassen an die Schläuche fixiert wurden, über die das Harz appliziert wurde. In vertikal verlaufende Risse wurde das Harz mit einer Spritze appliziert.


 

Sichern von horizontal verlaufenden Rissen


 
 

Sichern von vertikal verlaufenden Rissen


 
 

Ergänzungen
Im Bereich des Profils oberhalb der Schrifttafel auf der Vorderseite hat sich eine alte, jedoch schon schadhafte, Ergänzung befunden. Diese alte Ergänzung wurde entfernt. Der Bereich wurde ergänzt. Der Aufbau dieser Ergänzung erfolgte in gleicher Weise wie der Aufbau von dicken Fugen.
Alte Ergänzungen, die noch intakt waren wurden belassen.

Ausbau und Einbau eines Steins
Der Stein oberhalb der Schrifttafel auf der Vorderseite hat sich gelöst und mußte ausgebaut werden. Die Eisenanker waren korrodiert und haben den Stein nicht mehr gehalten.
Der Stein wurde mit V4A-Gewindestangen versehen und erneut wieder eingebaut.

Schutzüberzug
Um ein erneutes schnelles Verwittern der gereinigten Marmoroberfläche zu verhindern soll ein Schutzfilm aufgetragen werden. Zwei Produkte standen zur Auswahl:


 

Links:Oberflächenbehandlung mit Cosmoloid H 80 (Fa. Kremer) gelöst in Shellsol T
Rechts:Oberflächenbehandlung mit Acrylharz MOTEMA Finisch X 20 gelöst in Xylol.


 
 

Nach Absprache mit der Denkmalpflege (LfD Hannover, Herr Recker) wurde zur Oberflächenbehandlung das Wachs gewählt. Die Behandlung erfolgte zwei mal. Abschließend wurde die Marmoroberfläche mit Bürsten poliert.


 

Fotografische Dokumentation des Endzustandes

Gesamtaufnahme Vorderseite
Endzustand


 
 

Gesamtaufnahme Rechte Seitenansicht
Endzustand


 
 

Gesamtaufnahme Rückansicht
Endzustand


 
 

Gesamtaufnahme Linke Seitenansicht
Endzustand


 
 

Detailaufnahme Vorderansicht
Nach dem Entfernen der Vergipsung von der Oberfläche wurden kleinste Steinschuppen mit einem Acrylharzmörtel durch Anböschen gesichert. Zuletzt wurde eine Schutzschicht aus Wachs aufgetragen.


 
 

Detailaufnahme Linke Seitenfläche
Die Fugen wurden in zwei Schritten aufgebaut: Im ersten Schritt wurden die dicken Fugenbereiche mit einem epoxidharzgebunde-nem Mörtel unter Niveau verfüllt, im zweiten Schritt wurde der jetzt sichtbare acrylharzgebundene, farbig angepaßte Mörtel aufgetragen.


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Endzustand


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Der beschädigte Bereich im Bereich des Profils wurde ergänzt. Bei dem Aufbau der Ergänzung wurde in gleicher Weise verfahren, wie bei den Fugen. Die weiße Maserung wurde retuschiert.


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Die Fugen wurden in zwei Schritten aufgebaut: Im ersten Schritt wurden die dicken Fugenbereiche mit einem epoxidharzgebunde-nem Mörtel unter Niveau verfüllt, im zweiten Schritt wurde der jetzt sichtbare acrylharzgebundene, farbig angepaßte Mörtel aufgetragen.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seiteansicht
Nach der Entfernung der weißen Vergipsung von allen glatten Flächen und der Reduzierung der dicken Gipskrusten von den Unterseiten, kommt eine schöne Steinmaserung zum Vorschein.


 
 

Detailaufnahme Rechte Seiteansicht
Nach dem zweimaligen Auftragen des Wachses konnte durch Polieren mit Bürsten ein seidenmatter Glanz erzielt werden.


 
 

Detailaufnahme Abdeckplatte / Rechte Seitenansicht
Nach dem zweimaligen Auftragen des Wachses konnte durch Polieren mit Bürsten ein seidenmatter Glanz erzielt werden.


 
 

Detailaufnahme Abdeckplatte / Linke Seitenansicht
Nach dem zweimaligen Auftragen des Wachses konnte durch Polieren mit Bürsten ein seidenmatter Glanz erzielt werden.


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Die Verfärbungen durch die runter fließenden Kupferverbindungen konnten entfernt werden. Alle Risse wurden zuerst verpreßt und dann mit einem acrylharzgebundenem Mörtel geschlossen. Die Oberfläche wurde gewachst.


 
 

Detailaufnahme Linke Seitenansicht
Alle Fugen und Risse wurden geschlossen.


 
 

Detailaufnahme Linke Seitenansicht
Alle Fugen und Risse wurden geschlossen.


 
 

Detailaufnahme Vorderseite
Die Treppenanlage wurde mit einem Hochdruckreiniger gereinigt. Alle Fugen wurden entfernt und erneuert. Die nicht exakt plazierte Treppenstufe wurde gerichtet.

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